Australien danach: Was seitdem geschah oder „Grundlos unfreundlich“

Schon in Bangkok bei unserem Zwischenstopp auf der Heimreise von Melbourne nach Wien wurde deutlich, dass unser bereits automatischer und fröhlich dahergezwitscherter Aussie-Abschiedsgruß „See ya later“ nicht unbedingt durchgängig positiv aufgenommen wurde. Vielmehr wurde er ignoriert. Und was auf den Straßenmärkten Bangkoks nicht passt, passt daheim in Wien oder im Weinviertel schon einmal gar nicht. Deshalb sind wir jetzt wieder alle grundlos unfreundlich, wie das halt  bei uns hier so der Brauch ist.

Post Australien: In BKK gehen die Uhren anders

Ja, auf der Sukhumvit Road gehts spätabends, nachdem wir von Melbourne standby per Qantas sehr zufrieden in BKK gelandet waren, halt anders ab als in Australien. Da gehts um GANZ andere Dinge! Die Straßenmärkte hatten ihr Sortiment von“Frühabendlich Touri-Freundlich“ (Shirts, Nachtwäsche, Tischwäsche, Klumpert) bereits auf den mitternächtlichen Modus geswitched (Sexshop-Toys, die ich gar nicht benennen kann – aber sie waren alle aus Plastik und außerdem noch in Plastik verschweißt. Beim Einkaufen gibts dann aber eh noch ein Plastiksackerl dazu) und die Garküchen waren auch bereits im Übergangsmodus von „fresh fried vegetables“ zu – „noch schnell ein Bier bevor es – nicht allein-  ins Hotel geht“.

Anderntags war aber alles wieder wie immer: Schwülheiß, Menschenmassen, Tuktuk-Fahrer, die glauben man sei zum ersten Mal hier und Preise wie für Luxus-Limos verlangen, an jeder Ecke ein anderer Geruch und mein geliebter Papaya Salat.

Nach der Inanspruchnahme von mehreren wohlfeilen Restaurierungs-Dienstleistungen (Maniküre, Pediküre, Massagen, Zahntreatment) und der großzügigen lukullischen Nutzung unseres dazugebuchten „late checkout-executive lounge“ Angebots, flogen wir aber dann gegen Mitternacht halt doch heim. Um 4:45 waren wir verfrüht bereits in Wien, offensichtlich lange bevor die Angestellten des Gepäckservice in VIE am Airport ihre Arbeit normalerweise aufnehmen.

Was geschah nach Australien?

Und seitdem? Stichproben bei Hofer, DM und im G3 haben ergeben, dass hier -wenig überraschend- bezüglich Freundlichkeits-Level beruhigender Weise alles beim Alten geblieben ist: „Grundlos unfreundlich“ oder zumindest nicht höflicher als unbedingt irgendwie nötig – zu sein, ist hier weiterhin die Devise. Man wird angerempelt (IKEA), es wird vorgedrängelt (IKEA), es wird gejammert (Frisör) und von Grüßen sowieso keine Rede (OBI).

Test Shopping Hofer Melbourne

Nur mein Mechaniker ist weiterhin extrem zuvorkommend und die Humanic Verkäuferin im Millennium Tower war, für österreichische Verhältnisse, ebenfalls unnötig höflich – sehr erfreulich. Das muss hier einfach erwähnt werden. Sonst heißts noch, ich bin ungerecht.

Sogar für Nicht-Smalltalker wie mich war es in Australien schon eine ganz andere Art der Kommunikation. Kurz: Alle in OZ waren stets „grundlos freundlich“.

Auf das Wetter im Weinviertel haben wir uns schon an der Great Ocean Road vorbereitet.

Australien: (Fast) alle waren gut drauf.

Ob im Roadhouse, in der Grocery, auf der Campsite oder wo auch immer – man wurde einfach höflich und überaus freundlich begrüßt, auf der Gasse entschuldigt sich der Aussie für jeden möglichen Rempler schon im vorhinein und es gilt einfach ein ordentliches Maß an Höflichkeit, ob beim Standl oder im Restaurant. Während man sich in Österreich ja meist wie ein Bittsteller fühlt.

Also MIR gefällts. Und ICH bin gut drauf.

Nachtrag: Gestern habe ich mir 8 Folgen „Downton Abbey“, Staffel 4, hintereinander reingezogen. Ab gesehen davon :-): Fazit: Sie sagen da auch „Good Day“! LIKE.

 

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