Coffee testet: Tractive GPS Tracker für Hunde

Einen GPS Sender, mit dem man seinen vierbeinigen Ausreißer im Notfall wiederfinden kann – davon träume ich, seit Coffee mit uns weilt. Jetzt haben wir den TRACTIVE GPS Tracker getestet, hier der Bericht aus der harten Hunderealität im Weinviertel.

Tractive GPS Tracker: Der Einkauf

Gekauft habe ich es über Amazon, weil es deutlich billiger als auf der (schönen) Tractive Website war. Irgendwie wurde es dann sogar noch billiger als erwartet – wahrscheinlich weil ich dieses gratis Amazon-Prime Test Abo hatte. Inklusive Lieferung zahlte ich also 67 Euro – im Vergleich zu 99 Euro auf der Hersteller Website. Soweit, so zufrieden.

Tractive WEB (1 von 7)

Übrigens – wenn Ihr es auch kaufen wollt, nützt doch bitte diesen untenstehenden LINK (FOTO) dazu: So hab ich auch ein bisschen Lohn für meine Recherche- und Schreibarbeit (konkret: ein paar Cent Vermittlungsgebühr). DANKE!

Beim freitäglichen Auspacken fehlten leider die Befestigungsklammern des Senders für das Halsband – somit mussten wir über das Weekend mit unserem Erst-Test warten. Der Live Chat von Tractive sandte mir nach meiner Beschwerde die Dinger allerdings am selben Tag noch weg und am Dienstag wurde das neue Tractive bereits bei unwirtlichem April-Wetter von Mann und Hund im Weinviertel getestet.Tractive WEB (4 von 7) Tractive WEB (5 von 7)


Tractive GPS Tracker: Ein erster TEST

Mann und Hund führten den Sender im Gatschregenwetter aus und ich saß daheim im Trockenen und testete die Datenübertragung auf die neu installierte Tractive APP auf meinem Smartphone und auch gleich über das Web auf meinem PC. Beides hat nach der Aktivierung (das schafft jeder allein) überraschend gut geklappt. Ich konnte eine SAFE Zone online einrichten, bei Verlassen derer ich eine Push-Nachricht aufs Handy bekomme. D.h. wenn Coffee den Sender trägt und hintaus einen gewissen Radius (also etwa die Bundesstraße) überschreitet, bekomme ich eine Warnung. Gute Idee find ich. Dann weiß man, ab wann man sich wirklich Sorgen machen muss.SAFE Zone rund um unser Haus

Unklar war mir gleich zu Anfang, ob man den Sender extra ab- und anschalten muss: Offensichtlich genügt sich das Ding aber per se und sendet einfach immer – egal ob man die Daten gerade abruft über nicht. Nachlesen musste ich auch, wie es die vollständige Akku-Ladung anzeigt: Das tut es nämlich, indem es in der Lade-Station gar nicht mehr leuchtet. Ladevorgang: rot. Die „Ladestation“ ist eine Ladeklammer mit winzigen Kontaktpunkten – sehr fragil aussehend, aber dafür ist das Tractive auch wasserfest, weil es keine wie immer gearteten Öffnungen hat. Kann ja nicht schaden.Tractive WEB (7 von 7)

Der Befestigungs-Klammer vertraute ich zuerst nicht recht – und weil wir sehr misstrauische Kunden sind, haben wir die Klammer mit dem Tractive Sender am Hundehalsband gleich nochmal mit Gummiringerl umwickelt. Coffee ist schließlich ein wilder Geselle mit den Kräften eines Traktors und bei rasanten Reh-Verfolgungsjagden im Unterholz und Wassergewälze wollten wir den Sender nicht gleich am ersten Tag als vermisst melden müssen.

Tractive Klammer

War aber auch nicht nötig, das Ding hielt bislang bombenfest. Sollte es Coffee mal in der Hitze der Jagd verlieren, kann man es orten, es leuchtend machen und auch einen leisen Ton auslösen, falls man es zu allem Unbill auch noch im Dunkeln suchen muss. Keine schlechte Idee – die Praktikabilität wird sich weisen.

Tractive Klammer

Bei Testhund Coffee haben wir das Tractive am Halsband angebracht, wo es schon recht groß aussieht – aber das ist mir schnuppe, Hauptsache er ist auffindbar. Bei Katzen wirkt es wahrscheinlich, als würde das Tier aus dem Weltraum ferngesteuert. Ist mir aber auch egal.

Laufen mit Hund und Tractive (5 von 10)

Die Genauigkeit des aufgezeichneten Tracks dürfte recht hoch sein: Zwar wird allgemein von etwa 30m gesprochen, aber beim Hund&Herr Team konnte ich nachverfolgen, dass die beiden ganz genau AUF dem Radweg unterwegs waren. Und nicht 30m daneben im Gatsch, also recht genau. Zusätzlich könnte ich Geschwindigkeit und die Seehöhe einstellen. Ich konnte die beiden entweder LIVE verfolgen (mit minimaler Verzögerung) oder nur deren aktuellen Aufenthaltsort abrufen (verbraucht weniger Akku bei der APP, am PC ist es egal).


Tractive GPS Tracker: Die REALITÄT #hintaus im #Weinviertel

Der erste realistische Feld-Test sah heute nun so aus, dass Coffee beim Joggen 10 Minuten von der Leine gelassen wurde (was ihn sehr zu überraschen schien, sodass er zunächst betont gelassen in der Nähe blieb) und ich während des Laufens kontrollierte, ob sein GPS Sender tatsächlich LIVE seine Route an mich sendete. Das tat er: Auf meinem Smartphone, respektive der Tractive APP erschien ich mit meinem aktuellen Standpunkt und Herr Hund auf seinem Zick-Zack Schnüffelkurs.

Es kam wie es kommen musste, auf Coffee ist schließlich Verlass: Nach einigen Minuten vermeintlich harmlosen Geschnofels folgte er unvermittelt einer köstlichen Reh-Spur und ward im Schilf und Wäldchen verschwunden. Taub. Unsichtbar.

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So siehts über WEB am PC aus.
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So siehts auf der Handy App aus.

Auf der App sah ich, dass er parallel zu mir lief, nicht in die Nähe der Bundesstraße kam, immer wieder zum Wittern anhielt und ganz in der Nähe war. Mein Abrufen war mal wieder sinnlos.

Dann sah ich das Reh, und wenig später auch Hund inkl. GPS Sender (felsenfest!) an mir vorbeihetzen. Der Russbach dürfte ihm aber zu reißend erschienen sein und Coffee schlug den Rückweg zu mir ein.  Das Ganze hatte nicht länger als 5 Minuten gedauert, aber allein das Wissen, dass er nicht auf die Bundesstraße gelaufen war – hat mich schon beruhigt. Wäre er über den Russbach übergesetzt, wäre er schnell am Hügel und damit aus meiner Sicht gewesen – mit dem Tractive wüsste ich dann, wie weit er sich entfernt und/oder ob er (schon) am Rückweg ist. Das stresst weniger als zuvor.

Ich weiß, dass jetzt alle sagen: „Du musst Deinen Hund immer und überall abrufen können, auch ohne Leine, blabla, Hundeschule, Erziehung, blabla…“ Ich sage nur: Jagdhund. Er hört mich nicht. Ohne Wildtiere rundum: Er gehorcht, er kommt retour, er tut, was er gelernt hat. Aber im Weinviertel bei uns #hintaus: Nie ohne Leine. Bislang.


Tractive GPS Tracker: Die Kosten 

Kurzum, im Test hat das Tractive bisher recht gut bestanden. Kommen wir zu den Kosten. Um 60 Euro Servicegebühr im Jahr, so wirbt der Hersteller, übernimmt Tractive die Mobilfunk Kosten, die entstehen, wenn der GPS Sender die Daten vom Hundehalsband an meine App schickt. Soweit, so gut. Verstanden. Vielleicht.

Tractive WEB (2 von 7)
Packungsinhalt: NULL HUNDE. 🙂

Beim näheren Durchdenken kommt aber dann dennoch einiges hinzu: Denn ohne INTERNET Verbindung am Smartphone kann ich die gesendeten Daten nicht von der App abrufen, das Tractive wäre also sinnlos. Das mag daheim in Österreich (mit meinem Datenpaket am Handy)  kaum ein Problem darstellen, wie ist es aber nun im Ausland? Ich habe extra das PREMIUM Paket genommen, weil angepriesen wurde, dass hiebei die Kommunikation des Tractive GPS Senders mit meiner APP auch in 80 (!) anderen Ländern bei meinem Service Paket INKLUSIVE ist. Als Reisebloggerin nicht unerheblich.

Klingt im ersten Moment gut, im 2. und 3. Moment und nach einigem Nachfragen wird aber schnell klar: Im Ausland muss am Smartphone sowohl der GSM Mobilfunk inkl. ROAMING aktiviert sein UND es muss eine Internetverbindung bestehen, d.h. ein ausländisches Datenpaket aktiv sein.

So kommen wir der Wahrheit schon näher. Mit dem Premium Service Paket sind also mitnichten ALLE Kosten abgedeckt – das möchte ich hier nur dazu sagen. Jetzt, wo ich es endlich verstanden haben dürfte. Vielleicht.

Tractive GPS Tracker: Meine Meinung

Natürlich ist es mir viel lieber, ich finde meinen Hund in Kroatien oder sonst wo dank GPS schnell wieder, egal was es kostet – aber andererseits kaufe ich mir selten Datenpakete fürs Smartphone, wenn ich unterwegs bin. Wenn ich dies weiterhin nicht tun will, bringt mir das Tractive bei einem verlorengegangenen Coffee im Ausland aber nichts. Es sei denn, ich geh ins nächste Internet-Cafe oder suche vom Hotel aus (WLAN) über das Web-Interface. Ist aber beim Wandern und #wiederunterwegs sein wohl kaum durchführbar.

Nun ja, man wird sehen. In Wirklichkeit war bislang auch immer nur daheim im #Weinviertel das Ausreißen ein Problem (ok, einmal vielleicht auf der Turrach…) – in Österreich funktioniert das ganze Tracking sicher gut und günstig.

Von etwaigen Auslandseinsätzen bin ich noch nicht ganz überzeugt. Aber es ist gut zu wissen, dass man seinen Hund im Notfall etwa auch Slowenien beim Wandern mittels dem GPS Tracker wiederfinden könnte, egal ob mit oder ohne Handy. Ohne dauerts dann halt länger.coffee und google

Die „Auslandssache“ finde ich auf der Website von Tractive  nicht ausreichend erklärt – kein Wort davon, dass man eine Internet-Verbindung (egal ob In- oder Ausland) braucht, um die Positionsdaten des Hundes auf der APP abzurufen. Vielmehr die Info: „…es funktioniert über das Mobilfunknetz…“ Manchen technik-affinen Kunden mag das vielleicht von vornherein alles vollkommen klar erscheinen, mir nicht. Und vielen anderen harmlosen HundebesitzerInnen sicher auch nicht. Wen man das Produkt bewirbt, indem man schreibt: „Die Daten werden über das Mobilfunknetz geschickt, bzw. „die Mobilfunkkosten, die entstehen, wenn der GPS Tracker die Positionsdaten sendet, werden von uns bezahlt, bzw. durch die Servicegebühr gedeckt“, dann erwarte ich als Kunde, dass dies ALLE KOSTEN sind, die erlaufen.

Das war hier also recht intransparent. Meine insistierenden Fragen dahingehend wurden allerdings vom Kundendienst äußerst schnell und kompetent beantwortet. Auf Website, FAQ und Blog hatte ich keine Antworten auf meine Fragen gefunden. Jedoch bin ich überzeugt, dass das Tractive bei unseren #wiederunterwegs Touren in Österreich sicher gute Dienste leisten wird. Schließlich ist Coffee zu unseren Hunde-Anfangszeiten auch einmal über Nacht weggeblieben (nicht ganz freiwillig, er hatte sich losgerissen und war dann mit der Leine im Gestrüpp hängengeblieben) und meine Tante, Hund Viola und ich haben ihn eher zufällig mitten im Hochleithenwald anderntags wiedergefunden. Das möchte ich nicht noch einmal erleben.


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