Ryokan und Onsen: Schlafen und Baden auf Japanisch

Und weiter gings rundumadum in Tokyo. Der nächste Stop war Asakusa, wo wir unser typisches Ryokan, das japanische Gästehaus, gebucht hatten. Das Bahnfahren war in Tokyo überhaupt kein Problem (übrigens in Peking auch nicht), mit genug Kleingeld und/oder Plastikkarten kommt man an jedem Ticketautomaten zurecht und man steigt fast immer in den richtigen Zug.

Was für ein Glück, dass unser hartes Bett für die Nacht ganz nahe bei Tokyos wichtigstem und ältesten Tempel lag (gut recherchiert :-), dem Senso-ji.

IMG_4022IMG_4112 Rund um den Senso-Ji ist immer die Hölle los, weil zahlreiche kleine Shops, Imbissbuden und auch traditionelle Standln den Zugangsweg säumen. Durchs Donnertor mit der riesigen Papierlaterne gelangt man weiter – vorher kann man sich noch mit Räucherstäbchen, Holzschuhen,  Kimonos, Fächern oder Tempurasnacks eindecken.

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IMG_4023 IMG_4025 IMG_4032 IMG_4042 IMG_4046 IMG_4061

Aber irgendwann war der Kultur Genüge getan und wir wollten es endlich sehen, unser authentisches Stübchen im Ryokan mit den Tatami-Bastmatten am Boden, den trennenden dünnen Schiebetüren und dem Teetischchen.

Und so geschah es denn auch. Wir checkten in unserem Ryokan ein und es war so, wie es sein sollte. Japanisch karg (auch von der Lufttemperatur her :-), es harrte unser ein 30cm hohes Teetischchen für unsere persönliche Tee-Zeremonie, ein Kühlschrank, Tatamimatten zum Draufsitzen und Herumspazieren und an jeder Ecke die Hausschlapfen, die man in Japan ja ständig wechseln muss. Denn auf der Toilette stehen wieder ganz andere Schlapfen bereit als beim Zimmereingang.

Dazu erwarteten uns eigene BadeHausmäntel im japanischen Blaudruck. Und dann gabs auch noch die Futons für die Nacht, wenn man die Schiebetüren beiseite schob.

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Zum Abendessen gingen wir zweimal um die Ecke, gustierten mal wieder ein bisschen in den kulinarischen Auslagen und nahmen dann einen schnellen japanischen Bento-Imbiss mit ein wenig warmem Sake zum Aufwärmen.

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Da war aber der Tag immer noch nicht zu Ende! Denn ein weiterer Höhepunkt stand am Plan: Das japanische Onsen nur für uns zwei – gleich im Ryokan im Erdgeschoß.

Ein echtes Onsen ist von echten heißen Quellen gespeist und für Mann und Frau getrennt zu besuchen. Wir hatten unser Wasch-Stündchen aber gemeinsam gebucht. Im Umkleidebereich, der die Hitze des Bades schon verheißungsvoll ahnen ließ, gabs erstmal alles, was man zur Körperpflege braucht. Die Kleidung wird in Körben abgelegt, wiedermal die Schlapfen getauscht und diverse Handtücher in allen Größen begutachtet.

Einen Raum weiter war es dann soweit, sofern man etwas sehen konnte vor lauter Dampf:

Ein kleines, tiefes Becken mit frischem heißem Wasser – das Onsen. Davor verlangt aber die japanische Etikette eine peinlich genaue Ganzkörperreinigung und zwar auf den kleinen Schemeln, die unter den Duschen auf den Waschplätzen stehen.IMG_4085

Geduscht wird nämlich im Sitzen. Und.nur.im.Sitzen. Auf keinen Fall, ich wiederhole, auf keinen Fall darf nämlich das Onsen Wasser mit was auch immer verschmutzt werden. Das allerhöchste Gebot.

Mir hats gefallen und ich sage es ehrlich: Am Schluss war es mir wirklich zu heiß. Das kommt nicht oft vor.

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Ryokan und Onsen in Tokyo: Abgehakt!IMG_4093IMG_4094

 

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