Blaue Stunde am Gosausee

Wir waren in Gosau unterwegs – zum Langlaufen mit Hund. Da wir vom Hotel mit dem Verweis „Zimmer erst ab 15 Uhr“ weggeschickt worden waren, zogen wir mit Humboldt (=Auto) weiter Richtung Vorderer Gosausee. Und am nächsten Tag kamen wir gleich wieder. Denn der Blick auf den Dachsteingletscher ist dort oben unvergleichlich.

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Dazu muss gar nicht die Blaue Stunde der Fotografen sein. War es aber. Am späten Nachmittag gingen wir verbotener Weise ein Stück des Wanderwegs um den Vorderen Gosausee entlang – wir hatten zuerst die „Lawinen-Stop“ Schilder nicht gesehen – sehr wohl aber die Tauch-Revier Schilder und waren uns einig, dass es hier im Winter genau so schön und wildromantisch ist wie im Sommer. Sommers hatten wir nämlich den See bereits errudert, wobei ich als altgediente Ruderin gleich zwei Männern helfen musste, rudertechnisch einzuparken. Aber das ist eine Sommergeschichte und wir befinden uns im Winter 2015.

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Hier oben weiß man gar nicht, wo man zu erst hinsehen soll: Auf den Dachstein und den Gletscher oder den Gosaukamm, an dessen Fuße man sich befindet. Der Gosausee ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit und hat Trinkwasserqualität.

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Das Gasthaus hinten am Gosausee hat dankenswerter Weise geöffnet, sodass wir einen Glühmost nebst Leberknödelsuppe nehmen können, den Gesprächen der deutschen Nachbarn lauschen und auch gleich nachfragen, wie das denn damals so war. Als sie hier die Verfilmung von Marlen Haushofers „DIE WAND“ gedreht haben. Man weiß Bescheid – auch meine listige Frage, ob der Jagdhund im Film ein Einheimischer gewesen sein, wird beantwortet. EIN Einheimischer? Pah, die lokalen Hunde wurden gar gecasted, weil mehrere im Film als „LUX“ mitspielten. Das sind Geschichten nach meinem Geschmack.

Coffee ist ja auch mit von der Partie und von den Freiheiten am Gosausee (Frei Laufen bis etwas passiert) sichtlich überrascht. Keine Absperrung und keine Baustelle, keine Balustrade und keine noch so schwindelnde Höhe ist vor seinen flinken vier Pfoten sicher. Nicht nur einmal müssen wir ihn zurückhalten, sich behende hinunter in den Tiefschnee zum – ganz schön tief liegenden – Gosausee zu werfen. Denn viel Wasser ist grad nicht da, bzw. damit beschäftigt, bei den Kraftwerken beim Gosauschmied und in Steeg am Hallstätter See Strom zu produzieren.

Gosausee 20150222_140847Das wäre ein ganz schön steiler Weg vom Wanderweg hinunter zum Gosausee und wieder rauf.

Aber wir sind sicher, Coffee hätte das mit einem einzigen Feuerwehreinsatz geschafft.

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Humboldt Gosau
Und wer ist nun Humboldt? 🙂

 

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